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Leichte Wanderungen (T1 - T2)

Längfluh (2870 m)

Anstrengender Aufstieg, doch wer dem Trubel entfliehen mag, ist auf Längfluh genau richtig. Der Aufstieg kann bei Bahnbenützung (Fahrt nach Spielboden) auf 1 Std. reduziert werden.

 

Wegprofil Längfluh

Saas Fee 9:30 Uhr Parkplatz. Wir begeben uns zu Fuß nach Leeboden, einem Ortsteil von Saas Fee, immer den Alphubel im Visier. Schon jetzt können wir den unteren Teil unseres Weges einsehen und feststellen, dass das wieder eine steile Angelegenheit wird. Warum nehmen wir nicht mal die Bahn, frage ich mich einmal mehr. Wir verlassen Saas Fee; zunächst geht es auf breitem, gutem Wanderweg sanft bergan über weitläufige Weideflächen, dann auf schmalerem Weg durch ein lichtes Wäldchen. Alles ist bestens beschildert und vor uns liegen nun 600Hm im Aufstieg nach Spielboden auf 2447m. Es ist herrlich, das Wetter hält und wir haben gute Sicht auf Alphubel, Allalinhorn und die ganze Mischabelgruppe. Andere Wanderer haben das gleiche Ziel, aber es ist bei Weitem nicht überlaufen. Da haben wir schon schlimmeres erlebt. Die meisten fahren jedoch mit der Bahn nach Spielboden hinauf und steigen dann ab. Nachdem wir einen Gletschersee mit seinem milchig-blauen Wasser passiert haben wird der Weg steiler.

Der Gletschersee. Im Hintergrund die Bergstation Hannig und dahinter Mällig

Im zick-zack geht es nun, teilweise über eine Skipiste, hinauf. Nach einer ausladenden Linkskurve, bei der man einen tollen Blick auf den rechts verlaufenden Gletscher werfen kann, werden die Serpentinen noch ein wenig enger und der Hang noch ein bisschen steiler. Doch die wachsenden Ausblicke lassen die Anstrengung leicht vergessen und der der schöne Pfad, der sich die grünen Matten emporwindet tut sein übriges um den Blick des Wanderers zu erfreuen.

Der Weg nach Spielboden führt über wunderschöne, mit Wildblumen bewachsene Wiesen

Nach 2 Std., um 11:30 Uhr, erreichen wir das, wie auf einer Terrasse liegende, Spielboden (2447m). Hier oben tummelt sich einiges. Handzahme Murmeltiere trauen sich, den Menschen das Brot aus der Hand zu fressen. Sie wissen, dass es hier stets Naschereien zu holen gibt und klettern so manchem sogar bis auf den Schoß, um den leckeren Käse oder die Wurst zu bekommen.

Die Murmeltiere sind offensichtlich an die Menschen gewöhnt und haben keinerlei Berührungsängste

Wir rasten kurz und beobachten das muntere Treiben. Ab jetzt wird der Weg alpiner und kaum jemand steigt weiter mit uns auf. Die letzten 400 Hm zur Längfluh auf 2870m werden noch einmal anstrengend. Gleich zu Beginn geht es über einen sehr steilen Hang – im Winter eine schwarze Piste – bis zu einer Felswand, die über eine schräg nach rechts hinaufführende Brücke überwunden wird.

Direkt nach Spielboden wird es steil

Direkt nach der Brücke geht es scharf nach links über felsiges Gelände. Dieser Teil der Wanderung ist ästhetisch nicht besonders schön, stellt aber zum Glück den kürzesten Teil der Tour dar. Der Weg schlängelt sich zwischen Restschneefelder durch, doch es ist alles gut zu begehen.

Der Felsriegel, auf dessen Ende sich die Längfluh befindet ragt wie ein Satellit in den mächtigen Feegletscher. So bieten sich auf beiden Seiten des Weges wilde Gletscherszenerien

Der Alphubel ist nun zum Greifen nahe.

Eine Stunde später, um 12:45 Uhr, haben wir unser Ziel erreicht. Es ist herrlich, das Wetter ist top, die Sonne scheint und vor uns liegen Alphubel, Allalinhorn, weiter rechts die schöne Mischabelgruppe. Alle wieder zum Greifen nah. Noch näher geht einfach nicht. Dann müsste man schon auf den Gipfeln selbst stehen. Die Hütte oben auf Längfluh ist nicht bewirtschaftet im Sommer und wir sind ganz alleine dort oben. Doch auf der Sonnenterrasse des Restaurants stehen Stühle, die zum Bleiben einladen. Wir Vespern erst mal in Ruhe und genießen dann in den Liegestühlen die Ruhe und Stille – es ist einfach nur schön! Am Alphubel sehen wir Seilschaften im Abstieg, die das gute Wetter ebenfalls genutzt haben. Sie kommen gut voran. Wir verbringen gute 1½  Stunden dort oben, ehe wir uns um 14:15 Uhr wieder an den Abstieg machen.

Blick von der Längfluh hinab nach Saas Fee

Als wir dann um 14:45 Uhr wieder Spielboden erreichen, herrscht noch immer reger Betrieb und die Murmeltiere fordern weiterhin ihre Fütterung ein. Auch wir verschenken unsere Wurst. Mit müden Beinen, kommen wir wieder in Saas Fee an. Es ist 16:00 Uhr. Das Wetter ist noch immer tip-top. Ab nach Saas Grund in die Ferienwohnung zu Kaffee und Kuchen.