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Tag 1: Aufstieg zum Basislager (ca. 4200 m)

↑ 4 Std., 1200 mH

Nachdem wir wohlbehalten vom Alpamayo ins Hotel zurückgekehrt waren, folgte zunächst noch einmal ein Ruhetag in Huaraz, den wir nutzen, um Andenken zu kaufen und uns die Stadt anzusehen. Doch schon mit Spannung dachten wir an das nächste Abenteuer, die Besteigung des Huascaran, dem höchsten Berg Perus. Wir gingen am Abend des Ruhetages nicht allzu spät ins Bett, denn am nächsten Morgen klingelte der Wecker um 6.15 Uhr. Dann schnell noch ein letztes Mal Duschen um danach noch ein kurzes Frühstück einzunehmen. Um 8 Uhr geht es los, mit dem Kleinbus das Santa Tal hinab. Der Weg ist dieses Mal nicht so weit, denn der Huascaran liegt ein gutes Stück südlich vom Alpamayo und noch dazu direkt am Santa Tal. Wir folgen der geteerten Landstraße bis nach Mancos, der Ort vor Yungay und biegen hier nach rechts ab. So erreichen wir bereits nach kurzer Zeit Musho, den Ausgangsort für die Huascaranbesteigung.

Der Aufstiegsweg auf den Huascaran Norte mit den verschiedenen Hochlagern

Eindrücke aus Musho

Sofort beginnt das gleiche Chaos wie beim Alpamayo: Das Gepäck wird abgeladen und auf der Straße verteilt, in Säcke gepackt und auf die Mulis geladen. Wir nutzen die Zeit um rasch noch ein paar Erinnerungsphotos vom Ort zu schießen. Um 10 Uhr setzt sich die Gruppe in Bewegung. Es geht nun durch den Ort direkt auf den, übermächtig über Musho thronenden, Huascran zu bis zum Friedhof am Ortsende.

Abladen des Gepäcks vor grandioser Kulisse

Das übliche Chaos…

Die Mulis ertragen stoisch unsere Lasten – aber wenn es kratz, muss rasch Abhilfe geschaffen werden

Wandern durch die Straßen von Musho

Am Friedhof verlassen wir Musho und betreten den Huascaran Nationalpark (großes rotes Schild)

Hier schräg nach links auf einen Grasweg. Da Musho dem Huascaran doch ein Stück vorgelagert ist, steigt der Weg zunächst nicht allzu steil an, den es gilt vorerst einmal den eigentlichen Fuß des Berges zu erreichen. Allerdings ist es, genau wie beim Trekking zum Alpamayo Basislager, wieder sehr heiß. Spendeten zu Beginn noch einige Bäume Schatten, so brennt ein Stück weiter oben, als der Weg über eine weite, gerodete und staubige Fläche führt, unbarmherzig die Sonne vom Himmel. Die Luft flimmert und mir fällt der Aufstieg nicht ganz leicht. Unglücklicherweise ist mit dem Ende der gerodeten Fläche auch weitestgehend die Baumgrenze erreicht, sodass wir auch hier den Sonnenstrahlen ungeschützt ausgesetzt sind. Glücklicherweise machen wir aber an dieser Stelle eine größere Pause auf einem riesigen Felsblock mit grandioser Aussicht.

Anfangs spenden die Bäume noch ein wenig Schatten, später werden wir jedoch von der Sonne regelrecht gebraten

Eine längere Pause auf dem riesigen Felsblock kommt für alle sehr gelegen

Nach etwa einer Stunde geht es weiter. Jetzt wird der Weg steiler und zieht in langen Serpentinen den Hang hinauf bis auf den Kamm einer Moräne. Er folgt diesem eine Zeit lang, biegt schließlich nach rechts ab und leitet leicht absteigend in eine grasige Mulde. Dort stehen zu unserem Entzücken doch noch einmal ein paar kleinere Bäumchen, durch deren Schatten  der letzte Teil des Anstiegs etwas erleichtert wird. Ein paar letzte Serpentinen, dann ist es geschafft – wir haben das Basislager erreicht.

Zeitweise geht es über den Kamm einer Moräne

Kurz unterhalb des Basislagers spenden ein paar Bäume hochwillkommenen Schatten

Die letzten Meter sind landschaftlich noch einmal sehr schön: In vielen Serpentinen schlängelt sich der Weg durch die auf dieser Höhe überraschend üppige Vegetation

Ankunft im Basislager

Der Platz ist zwar am Hang gelegen, doch mehrere terrassenartige Absätze ermöglichen es, die Zelte einigermaßen eben aufzustellen. Nachdem wir diese Arbeit erledigt haben, machen wir es uns in der Sonne gemütlich und faulenzen den Rest des Tages, bevor um 20 Uhr der Koch zum Abendessen ruft.

 Gegen Abend kehrt Ruhe in das Lagerleben ein

Das Esszelt blieb die folgenden Tage an diesem Platz stehen und wurde nicht mit in die Hochlager genommen

Immer wieder schön: Sonnenuntergang über der Cordillera Negra

→ Weiter mit Tag 2: Basislager – Moränenlager (ca. 4900 m)