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Les Cordes Klettersteig

Der Les Cordes Klettersteig ist ein noch recht neuer Steig, der oberhalb von La Villa kurz hinter der Bergstation des Gardenacia Sesselliftes ansetzt und bis kurz unter die gleichnamig Hütte hinaufführt. Die Schwierigkeiten sind moderat und im Wesentlichen auf die Einstiegswand begrenzt, der Steig eignet sich daher auch für Familien mit Kindern. Besonders attraktiv ist natürlich auch die Nähe zum Sessellift, der Einstieg ist von der Bergstation schon nach 10 min Fußmarsch erreicht und vom Ausstieg ist man auch ruck-zuck wieder am Lift. Es ist aber auch möglich, den Steig als Auftakt einer Sass Songher Besteigung einzubauen. So oder so verspricht der Les Cordes Steig entspanntes Klettersteigvergnügen mit großartiger Aussicht auf Heiligkreuzkofel und Conturinesspitze.

Topo Les Cordes Klettersteig

 

Ausgangspunkt: La Villa, Gipfelstation des Gardenacia Sesselliftest

Schwierigkeit: B/C

Zeitplan:

  • La Villa – Bergstation Gardenacia Sessellift: 1 Std.
  • Bergstation Sessellift – Einstieg: 10 min
  • Les Cordes Klettersteig: ¾ – 1 Std.
  • Abstieg zum Sessellift: ½ Std.

Leider war für unsere letzten beiden Urlaubstage eine Schlechtwetterfront angesagt, die im Laufe des Morgens aufziehen sollte. Da ich aber unbedingt noch den Les Cordes Klettersteig „mitnehmen“ wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als in aller Frühe aufzustehen und bereits um 5:40 Uhr die Ferienwohnung, die für den Klettersteig strategisch besonders günstig etwas oberhalb von Badia gelegen war, zu verlassen. In Kürze bin ich beim Sompunt See und verfolge von dort den Weg Nr. 5, immer einer Skipiste folgend zur Sponata Hütte (1703 m). Laut Karte sollen sich hier angeblich bereits die Wege Nr. 5 und 11B trennen – tatsächlich ist aber nur ein Weg zu sehen und das ist weiterhin die Nr. 5. Ich steige weiter schräg über eine Wiese hinauf, zwei Maulesel beobachten mich dabei noch ein wenig schläfrig. Nach wenigen Minuten stoße ich auf die Downhill Strecke, hier biege ich links ab und folge dieser, um die Bergstation des Gardenacia Sessellifts (1780 m) zu erreichen. Hier ist die Via Ferrata Les Cordes bereits deutlich sichtbar ausgeschildert. Nunmehr auf Weg Nr. 11B geht es noch ein Stück durch den Wald hinauf, dann noch einen kurzen Abschnitt auf gleicher Höhe bleibend und schon ist die Einstiegswand erreicht (ca. 1860 m). Originellerweise gibt es hier in einer Art Trog eine Sammlung von Helmen für die Wanderer, die unter der Wand den Weg weiterverfolgen, damit diese nicht Steine von den Klettersteiglern, die direkt über ihnen klettern, abbekommen.

Originell: Eine Auswahl an Helmen soll die Querung unter der Einstiegswand für Wanderer sicherer machen

Auf geht’s ins Vergnügen: Zunächst einfach schräg rechts nach oben (A/B), dann nach rechts über einen Wulst (B/C – Schlüsselstelle) und weiter schräg rechts (B), zuletzt erneut schräg links empor (B/C dann A/B), bis man schließlich an einem zu einem Pilz geschnitzten Baumstumpf grasiges Gelände erreicht.

Einstiegswand

Die Schlüsselstelle (B/C)

Steiler Abschnitt nach der Schlüsselstelle (B/C)

Rückblick über die Einstiegswand

Der oberste Teil der Einstiegswand (A/B)

Von der Einstiegswand steigt man in deutlich leichteres, grasiges Gelände aus (A), das eine ganze Weile verfolgt wird

Über den mit einigen Absätzen durchsetzten Grasbuckel (A, Stellen A/B) erreicht man bald einen netten kleinen Rastplatz mit einem Tisch und zwei Bänken. Leider wird der Himmel immer dunkler, sodass ich mich hier nicht aufhalte, sondern mache, dass ich weiterkomme. Der Weg wendet sich nach links und steuert auf die Schlusswand zu.

Der Abschnitt über den Grasbuckel ist über weite Strecken praktisch ein Wanderweg (A)

Vereinzelt gilt es kurze Absätze zu überwinden (A/B)

Ein Rastplatz läd zum Verweilen ein

Von dort ist auch schon bald die Schlusswand erreicht (A)

Diese wird schräg links aufwärts gequert und zuletzt gerade hinauf verlassen (A/B), wobei der Klettersteig unweit der Gardenacia Hütte (2050 m) auf den Weg Nr. 5 mündet (ca. 2030 m).

Die Schlusswand ist noch einmal genussvoll zu klettern (A/B)

Kurz vor dem Ausstieg ist das Gelände auch wieder ein wenig mit Gras durchsetzt (A/B)

Rückblick vom Ausstieg – jetzt nichts wie weg hier…

Just am Ausstieg angekommen, fallen die ersten Tropfen. Da ich weiß, dass der erste Wegabschnitt recht steil und felsdurchsetzt ist, ziehe ich nur möglichst schnell Helm und Handschuhe aus, stopfe beides in den Rucksack, ziehe mir und dem Rucksack einen Regenschutz über und renne den Weg hinunter, solange er noch einigermaßen trocken ist. Vom Piz Boe kommt es rabenschwarz angezogen und der Donner grollt – Klettergurt samt Klettersteigset lasse ich einfach an. In einem wilden Ritt renne ich den gesamten Abstiegsweg über Weg Nr. 5 hinab zur Ferienwohnung, wo ich kurz vor 7 Uhr verschwitzt und mit brennenden Oberschenkeln anlange – genau die richtige Zeit für ein ausgiebiges Frühstück…

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