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Pik Lenin – Anreise

Um 7 Uhr, nach einer Nacht, in der ich alles andere als gut geschlafen habe, klingelt der Wecker. Wir packen die Sachen ins Auto und fahren nach Frankfurt zum Flughafen. Beim Check-in halte ich die Luft an, den meine Tasche hat anstatt des Maximums von 30 kg im aufgegebenen und 8 kg im Handgepäck wiegt meine Tasche 32 kg und mein Rucksack, den ich so eng wie möglich zusammengeschnürt habe, 9 kg. Alles geht jedoch gut und ich kann aufatmen. Um 11.40 Uhr startet mein Flieger von Turkish Airlines nach Istanbul. Drei Stunden später, um 15.45 Uhr landet er pünktlich und ich mache mich auf die Suche nach Arthur, der von München hierher geflogen ist. Nach längerem Suchen finden wir uns und setzen uns in ein Restaurant, denn jetzt haben wir erst einmal viel Zeit – der Flieger nach Osch soll erst um 20.10 Uhr starten… Später treffen wir vor dem Gate noch Inna und ihre Reisegruppe und überhaupt scheinen nur zwei Arten von Menschen nach Kirgistan zu reisen: Entweder Einheimische oder Bergsteiger, die nahezu alle den Pik Lenin besteigen möchten. Mit 20 min Verspätung (der Flieger scheint wohl fast immer später zu starten) starten wir in Richtung Osch, wo wir um 4.20 Uhr (4 h vor MEZ) nach gut 5 h Flug eintreffen. Der Flughafen besitzt genau eine einzige Bahn, die sowohl als Start- als auch als Landebahn dient. Nachdem das Flugzeug zum Stehen gekommen ist kommt auch schon eine ganze Mannschaft Polizisten angelaufen und bildet ein Spalier vom Flugzeug zum Shuttlebus. Dieser bringt uns zum Terminal wo in einen stickigen kleinen Raum an zwei Schaltern quälend langsam die Reisepässe kontrolliert werden. Nachdem unser Gepäck noch einmal durchleuchtet wurde erreichen wir endlich die Flughafenhalle, in der der Flieger schon von einer erstaunlichen Anzahl an Menschen erwartet wird. Wir halten Ausschau nach einem Schild, auf dem „Ruefa“ stehen soll, können aber nichts derartiges erblicken. So vergeht eine ganze Stunde, bis sich nach mehreren Telefonaten herausstellt, dass unsere Kontaktperson Victoria nicht „Ruefa“ (unser eigentlicher Reiseveranstalter) sondern „Tien Shan Travel“ (der örtliche Reiseveranstalter über den Ruefa unsere Reise gebucht hat) auf ihrem Schild stehen hat. So fahren wir mit ihr zum Sunshine Hostel, wo wir dann noch einmal eine ganze Stunde herumsitzen, da es dort erst ab 7.30 Uhr Frühstück gibt und die Zimmer noch nicht bezugsbereit sind. Um 8.30 Uhr können wir unser Zimmer beziehen und schlafen erst einmal eine Runde. Um 11.30 Uhr müssen wir allerdings schon wieder aufstehen, da wir für um 12 Uhr mit Victoria verabredet sind, die uns zum Basar führen möchte. Gegen 13 Uhr, nur eine Stunde zu spät, holt sie uns gemeinsam mit einer Freundin ab und wir machen uns in glühender Hitze (ca. 35°C) auf den Weg.

005Statue in einem Park in Osch

009Eine Horde Kinder beim Plantschen im Fluss

Zunächst suchen wir aber erst einmal ein Restaurant auf, denn wir alle sind hungrig. Dieses ist wirklich schön in einem Park gelegen und es gibt einen riesigen Spieß Schaschlik. Den Salat sparen wir uns lieber, denn Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste. Nun ist es nicht mehr weit zum Basar und wir tauchen ein in die bunte Welt dieses Marktes. Natürlich kaufen wir jeder einige Andenken, erstehen aber auch noch Kekse, Zucker und Kakao, die unsere Ausrüstung komplettieren sollen. Gegen 17.30 Uhr sind wir wieder im Hotel. Nach einem äußerst korianderhaltigen Abendessen fallen wir erschöpft in die Betten.

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Nüsse und Trockenfrüchte sollte man keinesfalls von zuhause mitnehmen – die Auswahl auf dem Basar ist überwältigend!

016Impressionen vom Basar in Osch

Am nächsten geht es früh los, um 6 Uhr reist uns der Wecker aus den Träumen. Wir frühstücken rasch und sitzen schon um 7 Uhr in dem kleinen Bus, der uns ins Gebirge bringen soll. Bald fällt die Stadt hinter uns zurück und wir folgen eine ganze Zeit einem Flusslauf. Dann geht es auf den Taldyk Pass (3615 m) hinauf, auf dessen anderen Seite wir eine Hochebene (ca. 3000 m Höhe) erreichen, die uns bis zum Gebirge begleitet.

020Unterwegs in Richtung Berge. Viele Kirgisen leben noch als Halbnomaden in den traditionellen Jurten

Nach 4 Stunden Fahrt biegen wir unvermittelt nach links von der Straße ab, überqueren eine Brücke (Schild „Lenin Peak“) – und stehen in der Pampa. Von hier aus geht es nur noch über eine Schotterpiste mit vielen Schlaglöchern, zum Teil geht es auch durch Flussläufe, immer auf die Berge, die jetzt immer stärker aus den Wolken hervortreten zu. Am Wegesrand sehen wir immer wieder Ansammlungen von Jurten mit Schafen und Kühen, sogar einige hellbraune Murmeltiere können wir ausmachen. Eineinhalb Stunden nachdem wir die geteerte Straße verlassen haben erreichen wir das Basislager (ca. 3600 m), was sich als eine Ansammlung verschiedenster Lager entpuppt.

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Eines ist sicher – hier gehts zum Pik Lenin

031Die letzten Kilometer führen uns mitten durch die weitläufigen Wiesen

Flussüberquerung bei der Anfahrt zum Basislager

Wir erfahren, dass jeder Reiseveranstalter sein eigenes Lager hat. Das „Tien Shan Travel“ Lager ist eines der kleineren, dafür sind wir hier fast die einzigen Besucher und es geht viel gemütlicher zu als in manchem der anderen Lager. Das Lager selbst, wie auch die anderen Lager besteht aus einer Reihe fest installierter, geräumiger Kuppelzelte, von denen immer zwei Personen eines zugeteilt bekommen. Wir richten uns häuslich ein und schauen uns um – leider ist der Pik Lenin heute nicht zu sehen. Kurz nach unserer Ankunft gibt es erst einmal ein üppiges Mittagessen in einer Jurte: Leckere Fleischsuppe, Salat, Hähnchenschenkel und Kartoffelbrei).

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Das Basislager besteht aus einer Reihe von vorinstallierten, geräumigen Zweimann-Zelten

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Die Transfers erfolgen in den Kleinbussen. Links daneben die Jurte, in der gegessen wurde, in der Jurte rechts daneben wurde gekocht

039In der Essjurte ist es fast luxuriös

Irgendwann am Nachmittag kommt Sergej unser Lagerchef mit seinem Jeep angefahren und begrüßt uns herzlich. Danach faulenzen wir erst einmal und brechen erst gegen 17 Uhr zu einem kleinen Spaziergang auf. Um 19 Uhr gibt es Abendessen und wir verdrücken erneut eine gewaltige Portion. Nachdem wir noch ein wenig gemütlich beisammen gesessen haben geht gegen 21 Uhr das von einem Generator betriebene Licht aus und wir verschwinden in unserem Zelt.

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